Ursachen ergründen

URSACHEN ERGRÜNDEN – LÖSUNGEN FINDEN

Es kommt auf das Erkennen der Zusammenhänge, das richtige Interpretieren von Details und die Gesamtheitsbetrachtung des Gebäudes in seiner Umgebung an.

Das ist mein Job mit einer mehr als 40-jährigen Erfahrung ausschließlich in der Sanierung.

Nicht jeder nasse Fleck am Verputz bedeutet eine nasse Wand dahinter – umgekehrt suggeriert eine trockene Putzoberfläche fast immer die Annahme, dass auch die Wand dahinter trocken ist – die Praxis beweist oft das Gegenteil.

Oberflächenprüfungen mit Widerstandsmessgeräten bewerten nur Tendenzen – zu unterschiedlich sind die Baustoffe in ihrer Leitfähigkeit. Kann man wirklich nachvollziehen, dass die Kernfeuchte einer z.B 80 cm dicken Wand von der Oberfläche her zu bestimmen ist? Übrigens: Hoher Salzgehalt und geringe Feuchte haben fast gleiche elektrische Leitfähigkeitswerte wie geringer Salzgehalt und hohe Feuchte – was wird nun gemessen?

Ausschlaggebend für eine eindeutige Beurteilung ist immer nur die Kernfeuchtigkeit (bei dicken Wänden Tiefenprofile!), d.h. es muss Material aus diesem Bereich entnommen und möglichst im Labor geprüft werden.

Viele Mängel sind versteckt hinter frischen Tapeten, neuen Verputzen, hinter Sperrputzen, hinter Aufdoppelungen oder Verkleidungen.

Die größte Gefahr ist, an den Ursachen vorbei zu sanieren, und nicht zu wissen, ob die gesetzten Maßnahmen zielführen bzw. überhaupt notwendig waren – viel Laufmeter trockenen Mauerwerkes werden Jahr für Jahr „trocken“gelegt …

Alternative Methoden sind kaum bekannt und/oder vollkommen in Vergessenheit geraten. Denn die Industrie kennt nur aufwendige Abdichtungen horizontaler Flächen oder Wunderputze – genannt „Feuchtmauerputz“ mit immerwährender starker „Atmungsaktivität“, womit die Wasserdampfdiffusion gemeint ist. Dabei werden alle Schadsalze ohne Schaden zurückgehalten und ständig trockene Putzoberflächen versprochen ….

Zum Nachdenken: Die beste Abtrocknung ist gegeben, wenn die Ziegeloberfläche gänzlich frei ist, da kann die Feuchte ungehindert direkt ins Freie entweichen. Jeder Putz, jede Beschichtung, abhängig von der Auftragsdicke, der Porenstruktur und der kapillaren Leitfähigkeit behindert entsprechend die freie Abtrocknung. Einen Putz, der regelrecht Wasser aus der Wand „saugen“  müsste, um die Versprechungen zu erfüllen, ist Wunschdenken.

Richtig sanieren heißt die Ursachen kennen!